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Die folgenden Antworten basieren auf wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten und klinischen Leitlinien.
Dieses Gefühl entsteht durch das Zusammenspiel von exekutiven Funktionsstörungen, chronischem Masking und Rejection Sensitive Dysphoria (extreme Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung oder Kritik). Viele Frauen mit ADHS leisten äusserlich viel, zahlen dafür aber einen hohen inneren Preis: ständige Selbstüberwachung, emotionale Erschöpfung und das Gefühl, nie wirklich „genug“ zu sein. Das ist keine Charakterschwäche, sondern eine direkte Folge der neurologischen und emotionalen Belastung.
Quelle: Hinshaw et al. (2021). Annual Research Review: Attention-deficit/hyperactivity disorder in girls and women. Journal of Child Psychology and Psychiatry.
Masking bedeutet, dass Frauen mit ADHS ihre Symptome bewusst oder unbewusst kompensieren, um gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen. Dies kostet enorm viel kognitive und emotionale Energie. Nach aussen sieht es aus, als würde alles gut laufen, während innerlich die Ressourcen aufgebraucht werden. Das führt langfristig zu Erschöpfung, Burnout-ähnlichen Zuständen oder plötzlichen Zusammenbrüchen. Das Masking ist besonders ausgeprägt bei Frauen mit ADHS, weil sie oft schon früh lernen, „normal“ zu wirken.
Quelle: Young et al. (2020). Females with ADHD: An expert consensus statement. BMC Psychiatry.