Als angehende Psychologin beschäftige ich mich seit mehreren Jahren intensiv mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Frauen. Der Fokus liegt dabei auf den häufigen Komorbiditäten, hormonellen Einflüssen sowie den Überschneidungen mit Autismus-Spektrum-Störung, Hochbegabung und weiteren belastenden Faktoren.
Besonderes Interesse gilt den Mechanismen, die das klinische Bild bei Frauen prägen: hormonelle Schwankungen, emotionale Dysregulation, Masking und die Wechselwirkungen mit früheren zwischenmenschlichen Dynamiken, in denen Grenzen wiederholt verletzt oder Machtungleichgewichte ausgenutzt wurden. Solche Dynamiken können die Symptomatik massiv verstärken und dazu führen, dass ADHS bei Frauen lange Zeit primär als Stimmungsstörung oder reine Überforderung interpretiert wird.
Die aktuelle Forschung zeigt, dass ADHS bei Frauen systematisch unterschätzt und spät diagnostiziert wird. Viele Betroffene bleiben lange unsichtbar, weil sie durch starkes Masking und Kompensationsstrategien ihre Symptome nach aussen hin überdecken. Gleichzeitig fehlen differenzierte Aufklärungsangebote, die der Komplexität dieser Störung gerecht werden.
Mit diesem Projekt möchte ich einen Beitrag leisten, das Verständnis für ADHS bei Frauen zu vertiefen. Ziel ist es, die relevanten Mechanismen evidenzbasiert darzustellen, zu erweitern und dazu beizutragen, dass Betroffene früher und angemessener Unterstützung erhalten. Als angehende Psychologin werde ich in Zukunft selbst mit solchen Fällen arbeiten und möchte mich bereits jetzt für eine bessere, differenzierte Versorgung einsetzen.